Otterzentrum Hankensbüttel
Deutsche Fischotter Stiftung
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Das Barben-Projekt

Die Barbe

Der Lebenszyklus der Barbe – eine anspruchsvolle Art

Die Barbe ist ein strömungsliebender Kieslaicher, mit hohen Ansprüchen an ihren Lebensraum. In ihren verschiedenen Lebensstadien hat sie wechselnde Lebensraum­ansprüche und benötigt eine vielfältige Gewässerstruktur und frei durchquerbare Gewässersysteme.

 

Im Frühjahr bis Frühsommer suchen die geschlechtsreifen Tiere Gewässerabschnitte auf, die durch stark überspülte Abschnitte mit grobkörnigem Hartsediment geprägt sind, um auf kiesigem Untergrund abzulaichen. Die Eier werden von der Strömung in das Lückensystem des Kieses gespült, wo sie, vor starker Strömung und Fress­feinden geschützt, heranreifen und die jungen Larven schlüpfen. Nach einiger Zeit verlassen die Larven das Lückensystem des Kieses, suchen strömungsberuhigte Bereiche auf und beginnen mit der Nahrungsaufnahme. Im Laufe der Entwicklung verlagert sich ihr Aufenthaltsort immer stärker vom Flachwasser hin zu überströmten Rauschen und tiefen Kolken. Zum Ende der Vegetationsperiode, mit fallenden Wassertemperaturen, halten sich die Barben in den Mittelläufen von Fließgewässern auf, wo sie in tiefen Gumpen mit beruhigter Strömung in längeren Ruhephasen den Winter verbringen. Zusätzlich zu den jährlichen Wanderungen der Barbe zu ihren Laichgebieten hat sie auch einen stark ausgeprägten täglichen Wanderrhythmus. Hierbei wechselt sie zwischen Ruheplätzen wie Unterständen und Kolken zu strömungsintensiveren Bereichen, wo sie vor allem in der Dämmerungs- und Nachtphase auf Beutesuche geht.

 

Die Barbe ernährt sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren (Invertebraten) verschiedener Größen wie z.B. Muscheln, Flohkrebsen und Insektenlarven. Ihre vier mit zahlreichen Sinneszellen ausgestatten Barteln helfen ihr dabei, diese Tiere aktiv in und auf dem Gewässergrund aufzuspüren. Auch kleine Fische stehen auf dem Speiseplan größerer Individuen. Adulte Barben können eine Körperlänge von bis zu 100 cm erlangen.

Gründe für den Rückgang der Barbenpopulation

Die Gründe für den Rückgang der Barbenpopulation sind vielfältig. In vielen Gewässern wurde die für einen großen Teil der heimischen Fischarten so wichtige Strukturvielfalt zerstört und durch einen monotonen, für die Schiffbarkeit, Entwässerung oder Hochwassereindämmung, zweckmäßigen Gewässerausbau ersetzt. Zusätzlich wurden durch den Bau von Wehren, Dämmen und Wasserkraft­anlagen die Wanderrouten vieler Fischarten, darunter auch die Barbe, unterbrochen. Für die Barbe, die oft dutzende Kilometer in einem Gewässer wandert, um zwischen Aufwuchs-, Überwinterungs- und Laichhabitaten zu wechseln, stellt dies ein gravierendes Problem dar. Neben dem Gewässerausbau führt die intensive Gewässerunterhaltung dazu, dass die Vielfalt von Strukturelementen und damit Lebensräumen an vielen Stellen verloren gegangen ist. Zusätzlich sorgt der erhöhte Eintrag von feinen Sedimenten und Nährstoffen aus intensiv genutzten Ackerflächen dafür, dass das Lückensystem der Kiessohle verstopft und die Sauerstoffzehrung im Lückensystem des Kieses erhöht wird. Dieser Prozess wird Kolmation genannt und kann dazu führen, dass die abgelegten Fischeier nicht mehr von sauerstoffreichem Wasser umspült werden und im schlimmsten Fall absterben.

Vorkommen im Projektgebiet

Das Projektgebiet liegt im südlichen und südöstlichen Niedersachsen und umfasst einen Bereich der nördlichen Verbreitungsgrenze der Barben. Früher lebten an diesen Flüssen Barben. Heute ist hier meist  nur noch geringe Anzahl an Individuen, insbesondere in der Leine, in der Innerste und in der Aller, anzutreffen. An den meisten der anderen Nebengewässer der Aller gibt es nur Einzelnachweise oder fehlen Barben oftmals gänzlich (siehe Projektgebiet).

Schutzstatus

Der Schutz der Fischart Barbe ist auf mehreren Ebenen des Naturschutzes gesetzlich verankert.

Sie ist im Anhang V der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie gelistet. Ihre Entnahme aus der Natur kann daher im Fall eines schlechten Erhaltungszustandes umgehend limitiert werden.  Vom Bundesamt für Naturschutz wird sie als sogenannte „Verantwortungsart“ geführt, deren Schutz einen hohen Stellenwert im Naturschutz einnimmt. Um das langfristige Überleben der Barbe zu gewährleisten sind der Schutz und die Erhaltung ihrer typischen Lebensräume gegenwärtig Grundlage von Erhaltungs- und Renaturierungsmaßnahmen.

In Niedersachsen ist die Barbe in der Roten Liste als gefährdet  eingestuft und gilt als prioritäre Fischart, deren Erhaltung und Fortbestand Grundlage öffentlichen Interesses ist. Sie darf jedoch laut Niedersächsischem Fischereigesetz und der Binnenfischereiordnung, sofern nicht weiter vom Fischereiberechtigten beschränkt, ganzjährig vom Ausübungsberechtigten ab einer Körperlänge von 35cm entnommen werden.

 

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