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Expertenjury am Gohbach

Naturschutzprojekt der Aktion Fischotterschutz findet überregionale Anerkennung.

Bei einer gemeinsamen Begehung mit der Exper- tenjury und den Projekt- beteiligten wurden die Maßnahmen am Goh- bach vorgestellt, begut- achtet und diskutiert.

Durch Einbau von Tot- holz und Kies wurde die Strukturvielfalt im Goh- bach erhöht.

Am 15.09.2020 wurde das von der Aktion Fisch­ot­ter­schutz initiierte Gewässerprojekt zur naturnäheren Entwicklung des Gohbachs in Luttum/ Weitzmühlen im Landkreis Verden von einer landesweiten Ex­per­ten­jury begutachtet. Nach einer Bewerbung beim diesjährigen niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss“ gehört es zu den 11 ausgewählten Beiträgen, die bereist werden.

Auf Initiative der Aktion Fischotterschutz wurde 2018 in Kooperation mit den lokalen Akteuren und ver­schie­de­nen Mittelgebern der einst ausgebaute und monotone Gohbach auf 700 m Länge mit verschiedenen Maß­nah­men ökologisch aufgewertet. Hierbei stellten Flä­chen­ei­gen­tü­mer kostenfrei Uferrandstreifen zur Verfügung, so dass der gradlinige Verlauf durch Strömungslenker und Uferabflachungen strukturreicher gestaltet werden konnte. Zusätzliche Kiesbetten, Kolke, Raubäume und Wurzelteller wurden eingebaut. Zusammen mit der Jägerschaft, dem NABU Verden und dem Landkreis Verden wurde Erlenwildwuchs ausgegraben und an die Ufer gepflanzt, um langfristig eine Beschattung des Fließgewässers zu erreichen. Wo vorher ein sandiges und monotones Gewässer floss, welches nur wenigen Tieren einen Lebensraum bot, haben sich heute viel­fäl­ti­ge, naturnahe Strukturen entwickelt. Die Kiesbetten bilden nun Laichhabitate für kies- und strö­mungs­lie­bende Fischarten, wie z.B. Bachforelle, Elritze und Bachneunauge, sowie Lebensräume für eine Vielzahl an Kleinstlebewesen. Die verschiedenen Tot­holz­ele­men­te, wie z.B. Wurzelstubben oder Raubäume, sorgen für neue Biotopstrukturen in dem eintönigen Flusslauf und bilden Strömungsschatten und Standplätze für Klein- und Jungfische. Die angepflanzten Erlen haben sich präch­tig entwickelt und führen langfristig zu einer Beschattung des Gewässers.

Um dieses große Revitalisierungsprojekt umsetzen zu können, war die Zustimmung der Flächeneigentümer und die Unterstützung vieler Akteure, wie z.B. des Goh-Bach-Verbandes, der Naturschutz- und Wasserbehörden sowie der Bewirtschafter und Landwirte eine Grundvoraussetzung. Weiterhin konnten von der Aktion Fisch­ot­ter­schutz verschiedene Mittelgeber akquiriert werden, um die Umsetzung der gesamten Maßnahmen zu realisieren. So wurde ein 300 m langer Gewässerabschnitt über das Aller-Projekt der Aktion Fischotterschutz, finanziert vom Bundesamt für Natur­schutz und der Volkswagen AG, umgesetzt; die Revitalisierung auf 310 m wurde über die Niedersächsische BINGO Umweltstiftung und demLandkreis Verden übernommen, und weitere 70 m über die Postcode Lotterie und dem NABU Kirch­linteln, der hierfür die Trägerschaft übernahm. Die gute Zusammenarbeit der vielen verschiedenen Akteure sowie die aktive Unterstützung von Anliegern und den ört­li­chen Landwirten, die zur Umsetzung der Maßnahme beigetragen haben, habe die Jury beeindruckt. Zusammen mit der 7-köpfigen Jury, den Projektbeteiligten und der Presse wurde die Maßnahme am Gohbach begutachtet.

Der Gewässerwettbewerb hat zum Ziel, die Gewässerentwicklung in Niedersachsen zu fördern, gelungene Projekte der Fließgewässerentwicklung öffentlich zu präsentieren und die Vorbildfunktion guter Projekte zu nutzen. Gerade vor dem Hintergrund der EG-Wasserrahmenrichtlinie und dem angestrebten Ziel, den guten ökologischen und chemischen Zustand der niedersächsischen Bäche und Flüsse zu erreichen, ist dies von großer Bedeutung.

2020 findet der Wettbewerb schon zum sechsten Mal statt. Träger sind das Nieder­säch­sische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz sowie die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens. Die Gewinner*innen des Wettbewerbs werden im Rahmen der Preisverleihung, die im November in Hannover stattfindet, ausgezeichnet. Als Hauptpreise wird die Nieder­säch­si­sche Bachperle jeweils in den Kategorien ‚Hauptamt’ und ‚Ehrenamt’ vom Nie­dersächsischen Umweltminister Olaf Lies überreicht. Auch dieses Jahr wird es einen Sonderpreis der Niedersächsischen BINGO Umweltstiftung geben.

 

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