Otterzentrum Hankensbüttel
Deutsche Fischotter Stiftung
PINK Planungsbüro
Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende.
Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Bild 6

Details

Revitalisierung an der Lehrde

Im Rahmen des Barben-Projektes wurden 1.000 Meter der Lehrde ökologisch aufgewertet

Bei einer gemeinsamen Abnahme wurden die umgesetzten Maßnah- men abschließend mit den Behörden, dem Unterhaltungsverband und den Flächeneigen- tümern besichtigt.

Die Kiesbetten bilden gute Laichhabitate für kiesliebende Fischarten, wie z.B. Barbe, Bachfo- relle, Bachneunauge und Elritze.

Totholzelemente, wie hier eine Wurzelstubbe, sorgen für Struktur- und Lebensraumvielfalt im Gewässer.

Die Lehrde im Landkreis Verden ist aufgrund ihres weit­gehend naturnahen Verlaufes ein wichtiges Laich- und Aufwuchshabitat für viele Fischarten. Im Rahmen des Barben-Projektes der Aktion Fischotterschutz und in Kooperation mit dem Landkreis Verden wurden 1.000 Meter der Lehrde im Unterlauf bei Wittlohe ökologisch auf­ge­wertet. Unterstützt wurde dies durch die Flächen­ei­gen­tü­mer.

Als kiesgeprägtes Fließgewässer wäre die Lehrde ein idealer Lebensraum für Fischarten wie die Barbe und die Bachforelle, die zum Laichen gut durchströmte Kiesbetten benötigen. Jedoch wurde die Lehrde im Unterlauf durch Gewässerausbau und -regulierung beeinträchtigt und der natürliche Kiesanteil fehlt oder ist übersandet. Heute ist die Lehrde in vielen Abschnitten zu breit und durch eine monotone Strömung sowie eine starke mobile Sandfracht gekennzeichnet, die viele Lebensräume im Gewässer zerstört. Ziel war es daher, die Lebensraumvielfalt im Gewässer für die an­spruchs­vol­le Barbe zu erhöhen und Laich-, Aufwuchs- und Nahrungsräume zu entwickeln. Hiervon profitiert nicht nur die Barbe, sondern viele andere Fischarten und Kleinstlebewesen sowie die biologische Vielfalt insgesamt.
 
Da sich die Lehrde in Privatbesitz befindet, war die Zustimmung der Flä­chen­ei­gen­tümer eine Grund­voraus­setzung. Alle Planungen wurden mit den Eigentümern, dem Unterhaltungsverband und den Behörden abgestimmt.

„Es ist schön zu sehen, wie vielfältig die Lehrde nun wieder fließt, und dass neue Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt werden konnten. Ich habe hier eine tolle Unterstützung von privaten Flä­chen­ei­gen­tümern, der Kirche und den Bewirtschaftern erfahren, die diese Naturschutzmaßnahmen mit­ge­tra­gen haben. Ohne diese gute Zusammenarbeit, auch mit dem Unterhaltungsverband und den Behörden, wäre dies nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich mich bei allen herzlich bedanken“, sagt Anke Willharms von der Aktion Fischotterschutz.

Zur Erhöhung der Substratvielfalt und zur Anlage von Laichhabitaten für Kieslaicher wurde mit rund 800 Ton­nen Kies das natürliche Hartsubstrat ins Gewässer zurückgebracht. Um die Versandung der Kiesbetten zu reduzieren, musste der Querschnitt eingeengt und die Fließgeschwindigkeit erhöht werden. Hierfür wurden Kiesbetten beidseitig, wechsel­seitig oder in Kombination mit Strömungslenkern eingebracht. Zur Erhöhung der Lebensraumvielfalt wurden zusätzlich Wurzelstubben, Raubäume und Lenkbuhnen aus Totholz eingebaut. Hierdurch wurden wichtige Lebensräume für Kleinstlebewesen und Unterstände für die Fischfauna entwickelt sowie die Ufer vor Abbrüchen ge­schützt. Kies und Totholz sind Bestandteile eines jeden Fließgewässers und von Revitalisierungsmaßnahmen.

Um die Vernetzung von Aue und Gewässer zu verbessern, wurde eine erhöhte Ufer­rehne partiell abgetragen und eine Flutmulde angelegt, die sich bei höheren Wasser­ständen mit Wasser füllt und einen temporären Lebensraum ausbildet. Ergänzt wird dies durch eine Gehölzpflanzung mit rund 170 standorttypischen Bäumen und Sträu­chern am Südufer der Lehrde, so dass langfristig eine Be­schat­tung des Fließ­ge­wäs­sers erreicht wird. Entlang einer Ackerfläche konnte ein Uferrandstreifen langfristig für Naturschutzmaßnahmen angepachtet werden, der nun eine wichtige Pufferzone zwischen Landwirtschaft und Gewässer bildet.

Im Rahmen des Barben-Projektes wurden 600 m Fließgewässerstrecke aufgewertet. Ergänzt wurde dies durch eine Maßnahme des Landkreises Verden auf weitere 400 m Länge.

Das Projekt „Artenvielfalt in der Aller – Neue Lebensräume für die Barbe“ ist ein Na­tur­schutzprojekt der Aktion Fischotterschutz e.V.. Ziel des Projektes ist es, durch die Verbesserung der Gewässerstrukturen neue Lebensräume für die selten gewordene Fischart Barbe im Einzugsgebiet der Aller zu entwickeln und die bio­lo­gi­sche Vielfalt insgesamt in und an den Gewässern zu fördern. Die Umsetzung der Natur­schutz­maß­nahmen erfolgt in Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren. Be­glei­tet werden sie durch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung mit dem Fluss-Fisch-Mobil, das im gesamten Projektgebiet im Einsatz ist. Hiermit sollen die Men­schen für die hei­mi­schen Fischarten und für die Bedeutung naturnaher Fließ­ge­wäs­ser sen­si­bi­li­siert werden.

Das Barben-Projekt wird über das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundes­pro­gramms "Biologische Vielfalt" mit Mitteln des Bundes­um­welt­mi­nis­te­ri­ums und über das Land Niedersachsen bis zum Jahr 2024 gefördert.


 

Bildnachweise (© Aktion Fischotterschutz e.V.)

 

 

 

Sie wollen Otternachweise melden und alles zum Thema Fischotter in Europa erfahren?
Sie wollen "die etwas andere Art des Naturschutzes" fördern und zur "Otter-Familie" dazugehören? Nichts leichter als das.
Sie wollen als Mitarbeiter
das OTTER-ZENTRUM unterstützen?
Werden Sie Mitglied beim Aktion Fischotterschutz e.V. und helfen Sie uns.