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Presse - Detailansicht

Positive Entwicklung an Kleiner Aller

Fischbestände profitieren von den Naturschutzmaßnahmen

Die Aktion Fischotterschutz hat im Rahmen des Aller-Projektes in den letzten drei Jahren Maß­nah­men an elf Gewässerabschnitten in der Kleinen Aller durchgeführt, um diese für die heimische Tier- und Pflanzenwelt aufzuwerten. Durch den Angelsportverein (ASV) Gifhorn wurden nun fünf Ab­schnit­te untersucht, um anhand des Fischbestandes den Erfolg der Maßnahmen zu bewerten.

Vom Sommer 2016 bis Herbst 2017 wurden in den Gemeinden Jembke, Brackstedt und Bergfeld in fünf Abschnitten Kies und Totholz im Niedrigwasserbereich eingebaut, damit die Strömungs- und Strukturvielfalt in der ansonsten ausgebauten Kleinen Aller wieder erhöht wird. Kies spielt eine wichtige Rolle als Laichhabitat für viele Fischarten und ist Lebensraum für viele Kleinstlebewesen. Totholzeinbauten, wie z. B. Wurzelstubben oder Raubäume, sorgen für neue Biotopstrukturen in dem eintönigen Flusslauf und bilden Strömungsschatten und Standplätze für Klein- und Jungfische. Auch für die wirbellosen Tierarten stellen diese wertvolle Strukturen im Gewässer dar, zumal Totholz bisher in dem in weiten Strecken unbeschatteten Gewässer als Lebensraum und Nahrungsgrundlage fehlt. Die Maßnahmen wurden so angelegt, dass sie bereits bei mittleren Wasserständen überspült werden und sie somit die angrenzende Nutzung nicht beeinträchtigen.

Über den Nachweis des seltenen
Bachneunauges in der Kleinen Aller
freuten sich die Naturschützer.

 


Zusammen mit dem ASV Gifhorn wurden nun diese und angrenzende Abschnitte (Referenzstrecken) untersucht. Im Rahmen einer Elektrobefischung wurden die Fische kurz betäubt, bestimmt, aus­gezählt und wieder ins Wasser gesetzt. Hiermit konnte festgestellt werden, dass sich an den Maß­nah­men­strecken die Fischarten- und Individuenzahl deutlich verbessert haben. Teilweise hat sich die Anzahl der Fische vervierfacht. Die Kiesbänke wurden als Laich­­plätze angenommen, so dass viele Jungfische von Gründingen, Bachschmerlen, Bitterlingen und Stichlingen erfasst wurden. Besonders erfreulich war die Rückkehr der typischen kies- und strömungsliebenden Fischarten, wie z.B. Hasel und Bachneunauge. Das Bachneunauge zählt zu den bedrohten und streng geschützten FFH-Fischarten, die an besondere Lebensräume gebunden sind. Aber auch die Fischarten Aland und Döbel profitieren von den Maßnahmen. Die angrenzenden Referenzstrecken, in denen das Boden­substrat weiterhin nur aus sandigen bis schlammigen Substrat bestand, schnitten bei der Be­fi­schung deutlich schlechter ab.

„Die Ergebnisse der Befischung zeigen, dass die revital­­isierten Strecken als Lebensraum und Laich­plätze gut angenommen werden. Besonders der Fang des Bachneunauges an mehreren revital­isierten Abschnitten hat uns sehr gefreut“, so Thorsten Wieck vom ASV Gifhorn. „Zu erwähnen ist noch, dass die Kleine Aller über einen guten Muschelbestand verfügen muss, da sie eine große Population vom Bitterling beherbergt“, ergänzte der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Jürgen Wagner. „Durch die Unterstützung des ASV Gifhorn konnten wir nun feststellen, dass sich der Einbau von Kies und Totholz innerhalb eines Jahres positiv auf die Fische ausgewirkt hat, ein sehr erfreuliches Ergebnis. Nun hoffen wir, dass diese Entwicklung weitergeht“, betonte Anke Willharms, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Aktion Fischotterschutz.

Das „Aller-Projekt – Verbindung von Lebens­räumen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt“ ist ein Naturschutzprojekt der Aktion Fischotterschutz, das durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie der Volkswagen AG gefördert wird. Ziel des Projektes ist es, die biologische Vielfalt an den Gewässern und Auen der Aller und ihrer Nebengewässer nach­hal­tig zu steigern. Dafür werden bis 2018 Naturschutzmaßnahmen an den Gewässern und be­glei­tende Umweltbildungsprogramme mit dem Aller-Mobil durchgeführt.

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