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Revitalisierungsmaßnahme umgesetzt

Das Barben-Projekt der Aktion Fischotterschutz e.V. hat in Kooperation mit der Region Hannover und dem Unterhaltungsverband 46 „Wietze“ (UHV Wietze) die Wietze bei Fuhrberg auf 500 m Länge ökologisch aufgewertet.

Lenkbuhnen, Kies und Raubäume wurden wechselseitig eingebaut. So entstehen neue Lebensräume und die Strömungsvielfalt wird erhöht (Aktion Fischot- terschutz e.V.).

Die hohen Wasserstände kurz vor Abschluss der Maßnahme haben ge- zeigt, dass die eingebau- ten Strukturen keinen Einfluss auf den Hoch- wasserabfluss haben (Aktion Fischotterschutz e.V.).

Die Wietze wurde wie viele andere Fließgewässer im vergangenen Jahrhundert zu Gunsten des Wasser­ab­flusses und der erleichterten Ge­wäs­ser­­un­terhaltung stark ausgebaut und begradigt. Die natürlichen Struk­tu­ren eines Fließgewässers, die eine Lebens­grund­lage für eine Vielzahl von Organismen darstellen, wurden zerstört.

Bereits im Sommer 2020 wurden im Vorfeld zur Maß­nah­men­um­set­zung ökologisch bedeutsame Ge­wäs­ser­struk­turen erfasst. Dabei konnte erfreulicherweise festgestellt werden, dass sich aufgrund der vom UHV Wietze seit mehreren Jahren stark reduzierten Ge­wäs­ser­­un­­ter­­hal­tung bereits wieder wichtige Strukturen, die das Gewässer natürlich einengen, gebildet haben. Auch die Erfassung der Fischartenzusammensetzung zeigte, dass die Wietze in diesem Abschnitt bereits einen beachtlichen Fischbestand vorweist. „Zwar fehlen noch mehrere Arten, um den Zustand als gut zu beschreiben, die hohe Anzahl an gefangenen Individuen war den­noch erfreulich und zeigt, dass die reduzierte Ge­wäs­ser­­un­ter­haltung bereits einen positiven Effekt auf die Ökologie des Gewässers hat“, erläutert Fischerei­biologe Sören Brose, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Barben-Projekt.

Um die Lebensraumvielfalt im und am Gewässer weiter zu verbessern, wurden im Januar dieses Jahres auf einer Gewässerstrecke von 505 m durch den Einbau verschiedener natürlicher Elemente wichtige Gewäs­ser­struk­turen wiederhergestellt: Raubäume und Wurzel­stöcke dienen verschiedenen Kleinlebewesen und vor allem Jung- und Kleinfischen als Lebensraum und Unterstand, wo sie vor Räubern geschützt sind. Ein­ge­brachte Holzstämme dienen der Strömungs­lenkung und initiieren gleichermaßen strömungsberuhigte, wie auch strömungs­intensive Bereiche. Kies dient ebenfalls als strömungslenkendes Element, vorwiegend aber als neuer Lebensraum für eine Vielzahl von Kleinorganismen wie Libellenlarven und als Laich­untergrund für kiesliebende Fischarten wie die Barbe.  

Um auch die Lebensraumvielfalt außerhalb des Gewässers zu verbessern und die natürliche Ausbreitung von Gehölzen zu fördern, wurde an mehreren Stellen der Oberboden im oberen Böschungsbereich abgetragen. Als Initialbepflanzung wurden auf diesen Flächen die typischen Vertreter der Hart- und Weichholzaue, Stieleiche, Flatterulme und Schwarzerle, gepflanzt.

Es wurden insgesamt über 600 t Kies, mehr als 20 Raubäume, 12 Wurzelstöcke, und 8 Lenkbuhnen im Gewässer eingebaut. Gerald Roloff, Verbandsingenieur des UHV Wietze zeigte sich darüber erfreut. „Wir hatten an der Wietze zwischenzeitlich Hoch­wasser, Schneefall, Bodenfrost und eisigen Wind und es ist dem konsequenten En­ga­ge­ment aller Beteiligten zu verdanken, dass wir die Maßnahme trotz allem Anfang Februar erfolgreich abschließen konnten“, so Roloff.

Ein Abschnitt von 340 m Länge wurde über das Barben-Projekt der Aktion Fisch­ot­ter­schutz finanziert, ein Abschnitt von 165 m Länge über den UHV Wietze, mit Mitteln der Region Hannover. Das Vorhaben wurde mit den zuständigen Behörden der Region Hannover sowie den Flächeneigentümern und Pächtern abgestimmt. Weitere Unter­stützung erhielt das Projekt durch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wede­mark, der Stadt Burgwedel und der Realgemeinde Fuhrberg.

Das Projekt „Artenvielfalt in der Aller – Neue Lebensräume für die Barbe“ ist ein Na­tur­schutzprojekt der Aktion Fischotterschutz e.V.. Ziel des Projektes ist es, durch die Verbesserung der Gewässerstrukturen neue Lebensräume für die selten gewordene Fischart Barbe im Einzugsgebiet der Aller zu entwickeln und die bio­lo­gi­sche Vielfalt insgesamt in und an den Gewässern zu fördern. Die Umsetzung der Natur­schutz­maß­nahmen erfolgt in Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren. Be­glei­tet werden sie durch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung mit dem Fluss-Fisch-Mobil, das im gesamten Projektgebiet im Einsatz ist. Hiermit sollen die Men­schen für die hei­mi­schen Fischarten und für die Bedeutung naturnaher Fließ­ge­wäs­ser sen­si­bi­li­siert werden.

Das Barben-Projekt wird über das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundes­pro­gramms "Biologische Vielfalt" mit Mitteln des Bundes­um­welt­mi­nis­te­ri­ums und über das Land Niedersachsen bis zum Jahr 2024 gefördert.

 

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