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Ökologische Station Südheide schafft wertvolle Lebensräume für Amphibien und Libellen
Die Teiche waren vor der Maßnahme stark beschattet mit sehr steilen Ufern. Dies macht sie nur zu einem mäßig geeigneten Lebensraum.
Ende 2025 hat die Ökologische Station Südheide (ÖSH) eine Teichanlage bei Eversen im Landkreis Celle naturnah umgestaltet. Ziel der Maßnahme war es, die Lebensbedingungen für wassergebundene Arten wie Amphibien und Libellen nachhaltig zu verbessern.
Kleingewässer zählen zu den artenreichen Lebensräumen in Mitteleuropa. Doch ihr Bestand ist bedroht: In den letzten Jahrzehnten sind viele Tümpel, Teiche und Weiher durch Verfüllung oder Trockenlegung verschwunden. Die Populationen der Tier- und Pflanzenarten, welche Kleingewässer besiedeln, sind dadurch stark fragmentiert. Ein Individuenaustausch kann zwischen den einzelnen Gewässern daher nur noch bedingt oder gar nicht mehr stattfinden. Hinzu kommt, dass die verbliebenen Gewässer durch Nährstoffeinträge, Verlandung und starken Gehölzwuchs negativ beeinträchtigt werden. Diese Verschlechterung der Lebensraumbedingungen setzt den Restpopulationen zusätzlich zu.
Die nun aufgewertete Teichanlage bei Eversen ist nicht natürlich entstanden, sondern wurde durch Menschenhand erschaffen. Zuerst dienten diese zur Nasslagerung von Holz. Später erfolgte eine Nutzung als Fischteiche, weshalb sie ursprünglich nicht unter naturschutzfachlichen Aspekten gestaltet wurden. Da die Teiche in der jüngeren Vergangenheit keiner direkten Nutzung mehr unterlagen, ermöglichte der Grundeigentümer Hans-Jürgen von Harling der Ökologischen Station Südheide dankenswerterweise die Umgestaltung der Teichanlage. Kernstück der Maßnahme war die Entschlammung und Uferneumodellierung eines Teiches.
Durch die Entschlammung wurden dem Gewässer Nährstoffe entzogen. Die naturnahe Gestaltung eines flach auslaufenden, variablen Ufers hat die Lebensraumbedingungen verbessert. Des Weiteren wurden an mehreren Gewässern die hoch gewachsenen Gehölze entfernt, sodass die Teiche nun stärker besonnt sind und kein Laub mehr eingetragen wird, was viele Amphibien- und Libellenarten zugutekommt. Der Gehölzschnitt wurde zum Teil direkt vor Ort weitergenutzt, indem dieser zu Reptilienhabitaten aufgeschichtet wurde.
Als Grundlage für die Maßnahmenplanung wurden im Vorfeld verschiedene Untersuchungen an den Gewässern durchgeführt. Die Amphibienfauna wurde beispielsweise mit speziellen Lebendfallen erfasst und u.a. Arten wie Teich- und Bergmolche gefunden. Der Anglerverband Niedersachsen e.V. (AVN) unterstützte bei weiteren Erhebungen. Mit spezieller Elektro-Befischungstechnik wurde so der Fischbestand untersucht. Erfreulich war dabei der Fund des seltenen und stark gefährdeten Schlammpeitzgers. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen können praktische Maßnahme geplant werden.
Neben der Entwicklung der Teichanlage war es wichtig, vorhandene faunistische Besonderheiten wie den Schlammpeitzger dort zu erhalten und langfristig zu sichern. Die Untersuchungen stellen außerdem eine wichtige Basis für die Beurteilung des Erfolgs der Maßnahme dar. Die ÖSH wird dementsprechend in den nächsten Jahren die Untersuchungen wiederholen und mit den Basisdaten vergleichen.
Die Planung und Umsetzung der Maßnahme wurde eng mit der zuständigen Naturschutz- und Wasserbehörde des Landkreises abgestimmt und durch diese genehmigt. Träger der Ökologischen Station Südheide ist die Aktion Fischotterschutz e. V., die in verschiedenen Schutzgebieten in Niedersachsen Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von Gewässern durchführt – in enger Kooperation mit dem Anglerverband Niedersachsen e.V., Landvolkverbänden, Fachverbänden und Behörden. Gefördert wird die Station durch das Land Niedersachsen.
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