Otterzentrum Hankensbüttel
Deutsche Fischotter Stiftung
PINK Planungsbüro
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Das ISE-Projekt

Die Maßnahmen

Öffentlichkeitsarbeit

Die Grundlage für alle umgesetzten Maßnahmen war eine intensive Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit. Ein Faltblatt zum Projekt mit einer Auflage von 25.000 wurde herausgegeben. Darüber hinaus wurden in einer eigens entwickelten Projekt-Zeitung, dem „Ise-Kurier“, mit einer Auflage von 55.000 Exemplaren halbjährlich über den Projektverlauf berichtet. In den 9 Ausgaben der vierseitigen Zeitung wurden allen Haushalten im Einzugsgebiet der Ise per Post die aktuellen Maßnahmen dargestellt. Eine Radwanderkarte führt durch das Projektgebiet. Eine Wander-Ausstellung wurde entwickelt, die an 15 verschiedenen Standorten in der Region und dauerhaft im OTTER-ZENTRUM Hankensbüttel gezeigt wurde. Erstmalig in Deutschland erfolgte die Darstellung der Inhalte eines Naturschutz-Projektes in Form eines Multi-Medialen Computerspiels. Das auch als CD-ROM erhältliche Computerspiel informiert nicht nur, sondern ermöglicht dem Benutzer, sich als Naturschützer, Landwirt oder Wasserbauer zu betätigen.

Darüber hinaus werden jährlich ca. 100.000 Besucher im OTTER-ZENTRUM Hankensbüttel, der Naturschutzbildungseinrichtung der Aktion Fischotterschutz, über das Ise-Projekt informiert. Und mehr als 300 Presse-, Rundfunk- und Fernsehberichte zeugen von dem großen Interesse, auf das dieses Vorhaben stößt

Veränderung der Flächennutzung

Insgesamt knapp 500 ha gewässernahe, landwirtschaftlich genutzte Flurstücke wurden angekauft. Über 60 % der Flächen wurden vormals als Acker genutzt. Die meisten der angekauften Grundstücke liegen - wie vorgesehen - im Bereich des Mittel- und Unterlaufes.

Im Rahmen der von Beginn an engen Kooperation mit dem damaligen Staatlichen Forstamt Knesebeck kaufte dieses im Mittellauf der Ise landwirtschaftlich genutzte Grundstücke an, um sie einer projektkonformen Nutzung zuzuführen. Insgesamt wurden so zusätzlich ca. 130 ha landwirtschaftliche Nutzfläche im Projektgebiet einer dauerhaft naturschutzgerechten Nutzung zugeführt.

Weitere 26,6 ha gewässernahe Flurstücke der Bezirksregierung Braunschweig wurden ebenfalls in eine projektkonforme extensive Nutzung überführt.

Diese Flächen wurden mit projektkonformen Bewirtschaftungsauflagen (Verzicht auf Einsatz von Pflanzenschutzmittel, reduzierte Düngung, 1. Schnitt nach dem 15.6., 10 m ungenutzte Randstreifen zur Ise) wieder an Landwirte verpachtet. Ehemalige Ackerflächen wurden als Grünland angesät, sodass langfristig eine extensive Grünlandnutzung in der Niederung gewährleistet ist.

Schaffung von Strukturen in der Landschaft

Durch die Anpflanzung von fast 6 km Feldhecken (in einer Breite zwischen 5-10 m), die Anlage von "Benjeshecken" und die Ausweisung von Krautsäumen (in der Regel mindestens 5 m breit) entlang der verpachteten Flächen entstand ein kilometerlanges "grünes Netz" aus Rainen und Krautsäumen. An der Ise wurden Randstreifen von 10 m Breite aus der Nutzung genommen, auf denen streckenweise Anpflanzungen vorgenommen wurden. Darüber hinaus wurden verschiedene Gehölzinseln mit einer Gesamtfläche von 9.310 qm angelegt.

Reduzierung der Gewässerunterhaltung

Auf einer Länge von 27,9 km - also auf mehr als der Hälfte der Lauflänge - wurde die Ise aus Projektmitteln oder durch andere Träger in der Regel einseitig bepflanzt. Allein diese Maßnahme führte zu einer schnellen Reduktion der Gewässerunterhaltung. Die Gewässerunterhaltung findet heute im Oberlauf nur halbseitig einmal jährlich statt, die Wasservegetation wird nur noch nach Bedarf gemäht. Im Mittellauf wurde in den letzten Jahren auf einer Länge von ca. 4,5 km keine Gewässerunterhaltung mehr durchgeführt. Im Unterlauf wird nur noch eine kurze Strecke mit dem Mähboot unterhalten.

Technische Maßnahmen am Gewässer

In den Mündungsbereichen einiger Nebengewässer wurden die Verrohrungen beseitigt. Im Zusammenhang mit der Ausweisung der Radwege wurde eine „Wasserspielstelle“ in Form einer Uferabflachung geschaffen und ein ehemaliger Fischteich wurde rückwärtig an die Ise angeschlossen.

Um die ökologische Sperrwirkung des Wehres in Wahrenholz aufzuheben, wurde im Einvernehmen mit dem Mühlenbesitzer und den Behörden eine Umgestaltung der Anlage vorgenommen. Dabei wurden sowohl die ökologischen als auch die kulturhistorischen und ökonomischen Belange berücksichtigt. Der Hauptstrom der Ise wird nun über eine 70 m lange Steinschüttung (Sohlgleite) geführt, und so eine Höhendifferenz von 1,70 m überwunden. Bei ausreichenden Wasserständen kann ein Teil der Wassermenge durch einen Triebwerkskanal geleitet werden und dient dann zum Antrieb eines Wasserrades, welches zu Schauzwecken das restaurierte Mahlwerk der Mühle in Gang setzt.

Maßnahmenüberblick

Intensive Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit (Erstellung vielfäl- tiger Informationsträger wie z. B eine periodisch erscheinende Projektzei- tung, Faltblatt, Vorträge, Radtouren, Ausstellungen, Multi-Media-Spiel)

Bewirtschaftungsänderungen:

1.Flächenankauf493ha
2.Kooperationsflächen anderer Eigentümer290ha
Summe insgesamt langfristig naturschutzkonformer
Nutzung an der Ise
650ha
3.Ackerumwandlungen157ha
4.Durch Extensivierung und Uferrandstreifen enstand ein
dichtes Netz ungenutzter Raine
5.Reduzierung der Quantität und ökologische Verbesserung
der Qualität der Gewässerunterhaltung

Anpflanzungen:

1.Gehölzstreifen am Gewässer (Ise, Alte Ise, Gräben)12,9km
2.Pflanzung durch Kooperationspartner15,0km
Summe entstandener Ufergehölzsäume an Gewässern (einseitig)27,9km
3.Pflanzungen in der Landschaft (Hecken, Feldholzinseln)6,2km

Wasserbauliche Maßnahmen:

1.Umbau des Wehres Warenholz zu einer passierbaren Sohlgleite
2.Herausnahme von Verrohrungen aus Mündungsbereichen der Nebenbäche Momer Bach und Emmer Bach
3.Anschluss eines Teiches an die Ise als "künstlicher Nebenarm"
4.Anlegen einer Wasserspielstelle
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