Otterzentrum Hankensbüttel
Deutsche Fischotter Stiftung
PINK Planungsbüro
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Spätaussiedlerintegration

Teilprojekte

Zur Umsetzung der Projektziele wurden thematisch unterschiedliche Teilprojekte entwickelt. Im Mittelpunkt der Teilprojekte standen die verschiedenen Fähigkeiten, Interessen und Sozialisationshintergründe der jugendlichen MigrantInnen.

Anknüpfend an die verschiedenen Kompetenzen und die Erfahrungen der Alltagswelt der jugendlichen Spätaussiedler wurde mit den Teilprojekten ein spezifischer Zugang zur Natur und zu unterschiedlichen Naturschutzthemen hergestellt. Die Teilprojekte umfassten folgende Themenkomplexe:

Wildnislager

Die Idee des Teilprojektes Wildnislager ist, im einfachen Leben in und mit der Natur, das Bewusstsein für die Natur zu schärfen und die soziale Kompetenz der Jugendlichen - von Spätaussiedlern und Einheimischen - zu verbessern. Die mehrtägigen Lager wurden als Spiel konzipiert, bei dem es galt, durch Bewältigung von Tagesaufgaben Spielpunkte zu gewinnen. Wer am Ende des Lagers die meisten Spielpunkte auf seiner Spielkarte hatte, wurde zur "Wildniskönigin" bzw. zum "Wildniskönig" gekürt. Wichtiger war allerdings, dass es ebenso Fairnesspunkte zu gewinnen gab, die für Leistungen für die Gruppe und Teamgeist vergeben wurden.

Obwohl die Ankündigungen der Outdoorlager bei den jugendlichen Spätaussiedlern auf großes Interesse stießen, war letztlich die Frequenz der Anmeldungen eher ernüchternd. Aufgrund von fehlender Verbindlichkeit bei den Jugendlichen, Gruppenzwängen und dem Verzicht auf Alltagsdrogen, wie Zigaretten und Handys, nahmen nur relativ wenige Spätsiedler an den Lagern teil. Die Integration der jugendlichen Spätaussiedler, die sich an den Camps beteiligten, erfolgte problemlos.

Bogenbau und -schießen

Der Umgang mit Pfeil und Bogen übt auf die meisten Menschen eine Faszination aus. Diese kann dazu genutzt werden, einheimische und Spätaussiedler- Jugendliche zu gemeinsamen Aktionen zu motivieren. Nach einer theoretischen Einführung über die Tradition des Bogenbaus bei Naturvölkern und über Baum- und Holzarten erhielt jeder der Schüler einen Rohling aus Eschenholz zur Bearbeitung.

Nach Fertigstellen des Bogens wurde das Bogenschießen erlernt und parallel dazu die Grundprinzipien einer ökologischen Jagdkunde vermittelt. Zum Abschluss eines Kurses wurde von den Teilnehmern jeweils ein Baum gepflanzt, um der Natur symbolisch wieder das zurückzugeben, was man ihr für den Bogenbau entnommen hat. In den Bogenbaukursen entstanden viele Situationen, in denen die zugezogenen Jugendlichen beispielsweise durch ein besonderes handwerkliches Geschick eine Vorbildfunktion wahrnehmen konnten und einheimische Jugendliche die Erkenntnis erlangten, mögliche Vorbehalte neu zu überdenken. Über die Arbeit mit den Naturmaterialien wurden den Kindern und Jugendlichen Kenntnisse über Baumarten, Eigenschaften unterschiedlicher Hölzer sowie Wissen über den Aufbau von Leder, Fell, Knochen und Federn bis hin zur Jagdkunde vermittelt.

Multimedia-Kurse

Aufgrund der Aufgeschlossenheit von Jugendlichen für multimediale und interaktive Medien (Computer, Digitalkamera, Bildbearbeitung, Erstellen von Internet-Seiten) wurden Multi-Media-Kurse angeboten, um Integration im Gruppenprozess zu fördern und eine Einstiegsmotivation für Naturschutz- und Umweltthemen zu bieten. Alle Multimedia-Kurse und Projekte waren so konzipiert, dass die Jugendlichen in kulturell gemischten Kleingruppen zunächst in den Umgang mit Digitalkameras eingewiesen wurden. Nach einer gemeinsamen Experimentierphase wurde eine "Fotosafari in die Natur" durchgeführt, bei der Tiere oder Pflanzen fotografiert wurden. Am Computer wurden die Fotos gemeinsam bearbeitet und dann zu einem Poster verarbeitet oder auf ein T-Shirt gedruckt.

Kommunikationsprozesse zwischen den Jugendlichen in den Kleingruppen waren ein wesentliches Element dieses Projektes. Es boten sich zahlreiche integrationsfördernde Situationen. Durch die Wahl des Themas aus der Natur, wurde der Blick für die unterschiedlichen Pflanzen- und Tierarten geschärft und Wissen über diese vermittelt.

Niederseilgarten

Bei einem Niederseilgarten handelt es sich um stabile Seile, die in einer Höhe von ca. 1m zwischen Bäumen aufgespannt werden und verschiedene Möglichkeiten bieten, von Baum zu Baum zu gelangen. Laufseile sind mit Halteseilen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden kombiniert und fordern den Benutzer heraus, mit viel Geschick die Stationen zu bewältigen.

Der Niederseilgarten wurde zusätzlich mit einem Flaschenzug ausgestattet, mit dem Personen unter fachlicher Aufsicht bis zu 8m hoch in die Wipfel der Bäume gezogen werden können. Wenn es gelang, eine gemischte Gruppe von einheimischen und zugezogenen Kindern für Spiele in einem Seilgarten zu begeistern, wurden wichtige Kompetenzen für eine soziale Integration vermittelt. Durch die spielerischen Handlungen wird gegenseitiges Vertrauen aufgebaut, Sichern und Hilfestellung leisten werden eingeübt. Bei der Auswahl der Bäume, an denen die Seile befestigt wurden, konnte Wissen über Baumarten vermittelt werden. Durch das Balancieren in den Bäumen konnten Bezüge zu den Tieren und Pflanzen im Wald hergestellt werden.

Kunst und Natur

Im Teilprojekt "Kunst und Natur" wurde durch eine künstlerische Auseinandersetzung mit Tieren und ihren Lebensräumen Naturschutzbildung betrieben und zugleich in den Mal- oder Modelliergruppen soziale Fähigkeiten eingeübt.

Es wurde ausschließlich mit Naturmaterialien gearbeitet und der Bezug zur Natur wurde eingehend erläutert. So wurde zum Beispiel das Zeichnen von Gänsen mit Gänsefedern dazu genutzt, sich über den Aufbau der Feder mit dem Tier näher zu beschäftigen.

Obwohl sich ein Kunstkurs mit Sicherheit für integrative Prozesse besonders eignet, da beispielsweise Sprachbarrieren irrelevant sind, konnte hier das Integrationsziel nur bedingt erreicht werden, da sich keine Teilnehmer mit Migrationshintergrund zu den Kursen anmeldeten Dennoch wurde auch in diesem Teilprojekt das Bewusstsein der Teilnehmer für Integrationsprozesse und eine multikulturelle Gesellschaft erweitert, indem Probleme mit Migranten thematisiert wurden.

Pflanzaktion

Kinder und insbesondere Jugendliche haben einen immer geringer werdenden Bezug zur Flora und das Wissen über Pflanzen ist rudimentär. Pflanzaktionen mit Kindern und Jugendlichen sind deshalb eine direkte und sofort wirksame Naturschutzbildungsmaßnahme mit weitläufigen Aspekten. Der "handgreifliche" Umgang mit Natur ist ein sinnliches Erlebnis mit dem das Lebensumfeld gestaltet wird. Pflanzaktionen sind aber nicht nur praktizierter Naturschutz, sie eignen sich zudem speziell für Integrationsbemühungen, da in der Gruppe gepflanzt wird.

Während des Projektverlaufs wurden verschiedene Pflanzaktionen durchgeführt. Zum einen wurden Pflanzaktionen von Bogenhölzern als Bestandteil von Bogenbaukursen durchgeführt, um den Nachhaltigkeitsgedanken zu verdeutlichen. Andererseits waren dies eigenständige Teilprojekte, wie die Bepflanzung eines Spielplatzes in einem Neubaugebiet, in dem vornehmlich Spätaussiedler wohnen, sowie die Herstellung eines Waldspiels mit einer Gruppe jugendlicher Spätaussiedler.

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